Geschichte Sarg/ Urne


Der Sarg

Särge können traditionell aus vielen verschiedenen Materialien gefertigt sein und unterschiedliche Größen und Formen haben. Die am häufigsten genutzten Materialien waren und sind eindeutig Stein und Holz, aber auch Bronze, Kupfer, Blei und Keramik waren in der Vergangenheit sehr beliebt. Heute verwendete Werkstoffe sind Zink, Kunststoff, Pappe, Stahlblech und Holz.


 

Geschichte

Behältnisse zum Transport von Leichen sind seit mehr als 9000 Jahren im Vorderorient bekannt. Funde zeigen geflochtene Körbe als Begräbnisbehältnis. Bei ärmeren Menschen diente der Sarg lediglich als Transportmittel. Nur reiche Verstorbene wurden in Särgen/Sarkophagen beerdigt. In anderen Kulturen (Kartäuser) wurden die Leichen in ein Tuch eingewickelt und auf einem Brett in der Erde begraben.

 



Der Sarg in der Jungsteinzeit

In Nord- und Mitteleuropa treten die ersten Baumsärge in der Jungsteinzeit auf. Hierfür wurde ein Stamm gespalten, ausgehöhlt und mit Tierfellen ausgelegt.


Der Sarg 3000 v. Christus

In Ägypten treten die bis dahin vielfältigsten Formen an Sarg typen auf: Haus-, Kasten-, Schrankbauformen oder auch Formen, die dem Körper des Verstorbenen angepasst wurden. Die Särge der Herrscher und hohen Beamten waren prunkvoll ausgestattet mit Bemalungen, Schriftzeichen und bildlichen Darstellungen. Der Sarg war ein wichtigstes Element, um das Schicksal und die Zukunft der Verstorbenen angemessen zu begleiten. Die aufwändigen Grabbeigaben sicherten das Wohl und die Versorgung der Verstorbenen im Jenseits. So wurden die Särge aufwändig ausgestattet mit Kleidung, Schmuck oder Nahrungsmitteln. Die Verstorbenen selbst wurden kunstvoll mumifiziert und mit aufwändigen Bemalungen auf den Grabanlagen dargestellt.


Der Sarg ab 2000 vor Christus

Ab dem Jahr 2000 vor Christus kamen in Mitteleuropa die ersten gezimmerten Brettersärge auf.


Der Sarg im frühen Mittelalter

Im frühen Mittelalter setzte sich gegen den weit verbreiteten Brauch der Verbrennung langsam wieder die Erdbestattung durch. Meist wurde der Verstorbene in ein Tuch gehüllt und in der Erde bestattet. Den privilegierten Schichten waren Särge aus Stein oder mit Metall beschlagene Holzsärge vorbehalten.


Der Sarg ab dem 16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert ist die Bestattung im Sarg nun weit über alle Klassen verbreitet und wird in den unterschiedlichsten Materialien und Formen zelebriert:

Särge aus hochwertigem Marmor, Metall, Holz, Zinn oder Kupfer verleihen der Bestattung eine ganz besondere Stellung. Mit aufwändigen, plastischen Verzierungen, bildlichen Symbolen, Beschlägen und aufwändigen Textilien (Troddeln, Seide, Samt) wird der Sarg bis zum Gesamtkunstwerk ausgestattet.


Der Sarg ab dem 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert werden die Särge wieder etwas schlichter und entfernen sich von den barocken und üppigen Gestaltungselementen. Die technische Fertigung der Industrieproduktionen prägen die Designs der Särge. Auch die unterschiedliche Farbgebung für Verheiratete oder Ledige werden aufgegeben.


Der Sarg ab dem 20. Jahrhundert

Die Särge heute haben sich in ihrer Grundform nur leicht verändert und passen sich dem jeweiligen Zeitgeschmack an (Tendenz zu helleren Farben). Technische Neuerungen, der Einsatz von umweltfreundlichen Materialien sowie aktuelle Designs bei Griffen und Applikationen werden bei der Gestaltung des Sarges berücksichtigt.

Der Sarg erfährt eine neue Aufmerksamkeit. Insbesondere junge Menschen wollen sich mit den üblichen Modellen nicht mehr abfinden. Künstler, Designer, Architekten, Bestatter und Kirchen arbeiten daran, dem Sarg eine neue und individuelle Bedeutung zu geben. Es zeigt sich eine neue Kultur in der Bestattung: weg von der Standardisierung und Entsorgungsmentalität hin zu individuellen Designs, die sich an den Wünschen oder Persönlichkeiten der Verstorbenen und Hinterbliebenen orientieren.


Materialien

Steinsarg

Sarg kommt von Sarkophag was auf altgriechisch soviel heißt wie Fleischfresser. Die damalig verwendete Gesteinsart sorgte für eine schnelle Verwesung, weshalb dieser Stein „Fleischfresser“ genannt wurde. Später wurde dieser Begriff für alle Steinsärge verwendet. Häufig verwendet man die vorhandenen Gesteinsarten wie Marmor, Kalkstein, Basalt oder Sandstein, je nach Land und Region.


Gläserner Sarg

Gläserne Särge sind in der Regel Reliquienschreine, die Heiligen oder Seligen zugesprochen sind. Der Reliquienschrein von Papst Johannes dem 23., steht im Petersdom in der Vatikanstadt.


Der Zinksarg

Diese Art von Sarg wird für den Transport von Leichen über Landesgrenzen hinweg benötigt. Zink hat antibakterielle Eigenschaften, welche den Verwesungsprozess verlangsamt und so einen zeitaufwändigen Transport ermöglicht. Der Zinksarg ist zumeist in einen Holzsarg eingebettet. Durch das verlöten des Deckels mit der Schale ist ein auslaufen von eventuell entstehender Leichenflüssigkeit vorgebeugt. Da es bei Flugreisen im Gepäckabteil keinen Druckausgleich gibt ist ein Ventil in den Zinksarg eingelassen. Diese neutralisiert durch Filter mögliche Geruchsbelastung.

Zusätzlich ist der Sarg nochmal in einer neutralen Holzkiste eingepackt, so dass er von außen nicht als Sarg erkennbar ist. Auch die Art der Verschraubung und der Abstand sind genau vorgegeben. Generell sind Zinksärge recht teuer in der Herstellung. Es wird an Verfahren zur einfacheren Produktion gearbeitet.


Der Metallsarg

Er wird vor allem für Gruft-Bestattungen verwendet. Metallsärge bestehen wie der Name schon sagt aus Stahlblechen oder anderen Legierungen. Hier befindet sich auf der Innenseite des Sarges auch wieder ein verlöteter Zinksarg.


Der Sanitätssarg

Hierbei handelt es sich um einen Sarg der meist aus Plastik besteht. Im Inneren befindet sich eine aus Aluminium tief gezogene Schale. Diese Art von Sarg wir nur für den Transport des Toten zum Bestatter oder in die Gerichtsmedizin verwendet. Nach der Reinigung kann der Sarg immer wieder verwendet werden.


Urnen

ALLGEMEINES:



Eine Urne ist grundsätzlich ein Behältnis zum Aufbewahrung der Asche eine Verstorbenen. Urnen sind immer in zwei Bestandteile aufgebaut. Zum einen die Aschenkapsel, welche die Asche des Verstorbenen beinhaltet und zum anderen die größere Über- oder Schmuckurne, in der die Aschenkapsel enthalten ist.



Das Einbringen der Asche des Verstorbenen in die Aschenkapsel muss pietätvoll von statten gehen. Dabei darf der der Mitarbeiter des Krematoriums nicht mit der Totenasche in Berührung kommen. Zusätzlich findet sich im inneren der Kapsel ein Schamotte-Identitätsstein oder auch Urnen-stein, der zweifelsfrei die Identität des Verstorbenen nachweist.

Das Material der Schmuckurne kann frei gewählt werden. Auch Verzierungen oder besondere Bemalungen sind möglich. Übrigens: Das Wort Urne leitet sich aus dem lateinischen Wort Urna, welches übersetzt für Topf bzw. Krug steht, ab.




Geschichte

Erste Funde von Urnenbestattungen reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. In Mitteleuropa kamen die ersten Urnenbeisetzungen vor ca. 3500 Jahren auf. Lange Zeit war die Feuerbestattung im Volk nicht sonderlich angesehen. Dies lag vor allem an dem Einfluss der Kirche: Zum einen wollte sich die Kirche durch die vorherrschenden Erdbestattung von den Bestattungskulturen der heidnischen Völker, welche ihre Toten einäscherten, absetzen und zum anderen hatten Feuerbestattungen auch durch die sogenannten Hexenverbrennungen ein schlechtes Image.

Die moderne Urnenbestattung, wie man sie heute kennt, begann im Jahre 1878 mit der Inbetriebnahme des ersten Krematoriums in Gotha in Deutschland. Anfangs noch durch die Kirche verpönt, kam der erste Durchbruch ab dem ca. ab 20. Jahrhundert. Durch Einführung des Feuerbestattungsgesetz von 1934 stieg die Zahl der Beisetzungen mit Urnen immer weiter an. Mit dem II. Vatikanischen Konzil in den 60-Jahren öffnet sich die Kirche immer weiter dem Thema der Feuerbestattung und daraus resultierenden Bestattung in einer Urne.


Materialien

Im Laufe der Zeit veränderten sich die bevorzugten Materialien für die Urnenherstellung immer wieder. Wurden früher vorwiegend Materialien wie Granit, Sandstein, Muschelkalk, Zink, Bronze, Eisen oder Kupfer benutzt, so sind die heute favorisierten Materialien Keramiken, Glas, Kunststeine oder natürliche Stoffe wie Holz und Maisstärke. Wasserlösliche Materialien wie Holz und Maisstärke werden besonders gerne für Schmuckurnen genutzt, die bei See- oder Baumbestattungen zum Einsatz kommen. Bei der Wahl des Materials gibt es aber natürlich auch regionale Unterschiede. In der ehemaligen DDR beispielsweise wurden Schmuckurne in der Regel aus Duroplast oder Kunstharz gefertigt.fd


Häufig gestellte Fragen (FAQ´s) zum Thema Bestattung

Soll ich mich mit der Bestattung schon zu Lebzeiten befassen?

Ja, unbedingt. Der organisatorische Ablauf bis hin zur Sargauswahl und Finanzierung sollten bereits zu Lebzeiten festgelegt werden, damit die Hinterbliebenen in der Situation der Trauer entlastet werden.


Warum wird zur Beisetzung ein Sarg benötigt?

Der Sarg ist wichtiger Bestandteil unserer Bestattungskultur. Als persönliches Symbol für den Verstorbenen ist der Sarg die traditionellste und am weitesten verbreite Form für eine würdevolle Beerdigung. Bei der Erdbestattung ist der Sarg die schützende Hülle für den Verstorbenen. Auch nach der Beerdigung behält der Sarg diese Funktion bei. Bei normaler Bodenbeschaffenheit baut sich der Sarg im Rahmen der Liegezeit ab, ohne Spuren zu hinterlassen.

Bei der Feuerbestattung liefert allein der Holzsarg die für den Einäscherungsprozess notwendige Energie.


Ist Holz nicht zu wertvoll, um in der Erde vergraben zu werden?

Holz ist das am besten geeignete und umweltfreundlichste Material für Särge, wie z.B. Eiche oder Kiefer. Es steht in ausreichendem Umfang, in unterschiedlichen Qualitäten und vor allem langfristig zur Verfügung.

Professionelle Holznutzung und die damit verbundene Pflege und Aufforstung der Wälder setzen daher Umwelt orientiertes Engagement voraus.


Warum benötige ich bei der Einäscherung einen Sarg?

Der Einäscherungsprozess erfordert Energie, die aus der Verbrennung von Holz gewonnen wird. Es liefert ausreichend Energie, sodass keine "fossilen Energieträger", wie z.B. Erdöl oder Gas die Umwelt belasten.


 
 
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